Toleranzmanagement: Maß-, Form- und Lagetolerierung nach ISO und ASME

Durch richtige (neue) Maß-, Form- und Lagetolerierung bessere Qualität zu geringeren Kosten

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Toleranzmanagement: Maß-, Form- und Lagetolerierung nach ISO und ASME

Dieses Hybrid-Seminar des Haus der Technik e.V. zeigt, wie funktions-, fertigungs-, prüf- und normgerecht zu tolerieren ist. Dabei wird erklärt, wie toleriert werden kann, so dass die Zeichnung bzw. das CAD-Modell sowohl im ISO- als auch im ASME-Bereich (USA) ohne Missverständnisse verwendet werden kann.

Dieses Seminar zeigt den Stand der Technik und Normung. Es ist eine Erweiterung des Seminars "Maß-, Form- und Lagetolerierung: Erläuterung der neuen Normen" und behandelt auch die Tolerierung von Schweiß-, Guss- und Schmiedeteilen. 

Die neuen, teilweise sehr umfangreichen und schwer verständlichen Normen

  • ISO 1101 : 2017 Maß-, Form- und Lagetolerierung, Grundlagen
  • ISO 5458 : 2017 Tolerierung von Element-Gruppen (Lochgruppen etc.)
  • ISO 5459 : 2018 Bezüge und Bezugssysteme
  • ISO 8062-4 : 2017 Allgemeintoleranzen für Gussteile werden leicht verständlich erläutert.

Es wird erklärt, welche Probleme mit den alten Allgemeintoleranzen nach ISO 2768 und ISO 8062-3  bestehen, wie bei Wiederverwendung alter Zeichnungen vorzugehen ist und wie heute mit Profiltoleranzen als Allgemeintoleranzen nach dem Stand der Technik vollständig und richtig toleriert werden kann. 

Zum Thema

Outsourcing und Globalisierung erfordern vollständige und richtige Tolerierung der Werkstücke. ± Toleranzen sind dann nur noch für Größenmaße (Durchmesser und Breiten) zulässig. Für Nicht-Größenmaße (Mittenabstände, Stufen, Konturen) sind Positionstoleranzen mit der Maximum-Material-Bedingung oder Profiltoleranzen anzuwenden. Allgemeintoleranzen nach ISO 2768 und nach ISO 8062-4 sind nicht mehr Stand der Technik. Siehe ISO 14405-2. 
Wenn Zeichnungen in USA als auch in ISO-Ländern angewendet werden sollen, sollten sie sowohl den ISO-Normen als auch der amerikanischen Norm ASME Y14.5 genügen. Eine dazu passende Tolerierungsmethode wird in dem Seminar gezeigt. Die Unterschiede zwischen beiden Tolerierungssystemen werden beschrieben.

Zielsetzung

Das Hybrid-Seminar vermittelt einen vollständigen Überblick über die Bemaßung und Tolerierung nach ISO und ASME nach dem derzeitigen Stand der Technik.  

Teilnehmerkreis

Konstrukteur/innen, Fertigungsplaner/innen, Werkstück-Prüfer/innen, Ausbilder/innen, Einkäufer/innen;
Leitende und verantwortliche Mitarbeitende aus produzierenden Unternehmen, aus den Bereichen:
Vorentwicklung, Entwicklung und Konstruktion, Fertigungsplanung, Fertigung und Prüfung, die auf der Grundlage von funktionalen Zeichnungen / Produktdokumenten kundenorientiert Produkte herstellen, CAD-Entwickler, Programmierer/innen von rechnerunterstützten Messgeräten

USP

  • +/- Toleranzen
  • Positions- bzw. Profiltoleranzen
  • Tolerierungsmethoden für ISO und ASME

Programm

12.10.2026
09:00—10:30
Technische Produktdokumentation TPD (Technisches Zeichnen)
10:30—10:45
Kaffeepause
10:45—12:30
Übersicht und Vergleich der Darstellungsregeln ASME Y14.5 vs. ISO TPD
12:30—13:30
Mittagessen
13:30—14:45
Geometrische Produktspezifikation und Verifikation GPS (Form und Lage Tolerierung)
14:45—15:00
Kaffeepause
15:00—17:00
Übersicht und Vergleich der Eintragungsregeln ASME Y14.5 vs. ISO GPS
13.10.2026
09:00—10:30
Übersicht und Vergleich der Tolerierungsregeln ASME Y14.5 vs. ISO GPS
10:30—10:45
Kaffeepause
10:45—12:30
Übersicht und Vergleich der Tolerierungsregeln ASME Y14.5 vs. ISO GPS
12:30—13:30
Mittagessen
13:30—14:45
Neuerungen und Änderungen
14:45—15:00
Kaffeepause
15:00—17:00
Übersicht der Änderungen zwischen ASME Y14.5-2018 zu ASME Y14.5-2009

Referenten

Thorsten Engelke
First Hand Consulting
First Hand Consulting, Bottrop

Beruflicher Werdegang:
- 2001 Technischer Zeichner bei der Siemens AG
- 2006 Geprüfter Konstrukteur bei der Siemens AG
- 2007 Nominierter Normungsexperte in den Bereichen GPS und TPD für die Siemens AG
- 2012 Standardisierungsexperte bei der Digitalisierung bei der Siemens AG
- 2020 Einstieg in die Bohn Engelke Partnerschaft

- Obmann des ISO Ausschusses und Projektleiter für allgemeine Gusstoleranzen
- Beiratsvorsitzender des Beirates des DIN-Normenausschusses Technische Grundlagen (NATG)
- Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Geometrische Produktspezifikation und -prüfung (GPS)
- Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Technische Produktdokumentation (TPD)
- Deutscher Delegationsleiter in den Bereichen ISO GPS und ISO TPD

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Häufig von Teilnehmenden gestellte Fragen zum Thema ‚Toleranzmanagement‘

Was versteht man unter Toleranzmanagement?

Toleranzmanagement umfasst die systematische Festlegung, Analyse und Anwendung von Maß-, Form- und Lagetoleranzen. Ziel ist es, die Funktion, Qualität und Wirtschaftlichkeit von Bauteilen und Baugruppen sicherzustellen.

Was sind Maß-, Form- und Lagetoleranzen?

  • Maßtoleranzen legen zulässige Abweichungen von Nennmaßen fest.
  • Formtoleranzen definieren zulässige Abweichungen der Geometrie, beispielsweise Geradheit, Ebenheit oder Rundheit.
  • Lagetoleranzen beschreiben die zulässige Position, Orientierung oder den Lauf von Geometrieelementen.

Warum sind Toleranzen in der Konstruktion wichtig?

Toleranzen sorgen dafür, dass Bauteile trotz unvermeidbarer Fertigungsabweichungen ihre Funktion erfüllen, austauschbar bleiben und zuverlässig montiert werden können.

Was ist der Unterschied zwischen ISO und ASME?

Die beiden Normensysteme verfolgen das gleiche Ziel – die eindeutige Beschreibung geometrischer Anforderungen –, unterscheiden sich jedoch in ihrer Terminologie, Symbolik und Interpretation einzelner Tolerierungsregeln. Internationale Unternehmen müssen häufig beide Standards sicher beherrschen.

Wann sollte ich ISO und wann ASME anwenden?

Die Wahl hängt häufig von Kundenanforderungen, Märkten und Unternehmensstandards ab:

  • ISO wird überwiegend in Europa und vielen internationalen Unternehmen eingesetzt.
  • ASME ist besonders in Nordamerika weit verbreitet und wird häufig in globalen Lieferketten gefordert.

Was bedeutet funktionsgerechte Tolerierung?

Funktionsgerechte Tolerierung bedeutet, dass Toleranzen ausschließlich nach den tatsächlichen Anforderungen eines Bauteils festgelegt werden. Dabei werden weder unnötig enge noch zu großzügige Toleranzen definiert.

Welche Folgen haben falsch festgelegte Toleranzen?

Ungeeignete Toleranzen können zu:

  • Montageproblemen
  • Qualitätsmängeln
  • erhöhtem Ausschuss
  • Nacharbeit
  • höheren Prüfkosten
  • längeren Durchlaufzeiten
  • Reklamationen und Lieferverzögerungen

führen.

Warum werden Bauteile häufig übertoleriert?

Aus Unsicherheit oder fehlendem Wissen werden Toleranzen oft vorsorglich zu eng gewählt. Dies erhöht jedoch meist die Fertigungs- und Prüfkosten, ohne die Produktfunktion zu verbessern.

Welche Rolle spielen Bezüge und Bezugssysteme?

Bezüge definieren die funktionalen Referenzen eines Bauteils. Ein korrekt aufgebautes Bezugssystem ermöglicht eine eindeutige Fertigung, Messung und Montage und vermeidet Interpretationsspielräume.

Warum ist die Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung so wichtig?

Eine erfolgreiche Tolerierung berücksichtigt die Anforderungen aller beteiligten Bereiche. Nur wenn Konstruktion, Fertigung und Messtechnik dieselben Toleranzanforderungen verstehen, können Produkte effizient und fehlerfrei hergestellt werden.

Welche Vorteile bietet ein professionelles Toleranzmanagement?

Ein systematisches Toleranzmanagement führt zu:

  • höherer Produktqualität
  • geringeren Herstellkosten
  • weniger Ausschuss und Nacharbeit
  • höherer Prozesssicherheit
  • kürzeren Entwicklungszeiten
  • besserer Kommunikation zwischen den Fachbereichen
  • höherer Kundenzufriedenheit

Für wen ist das Thema Toleranzmanagement besonders relevant?

Das Thema ist insbesondere wichtig für Mitarbeiter aus:

  • Konstruktion und Entwicklung
  • Arbeitsvorbereitung und Fertigungsplanung
  • Produktion und Montage
  • Qualitätssicherung und Messtechnik
  • Technischem Einkauf und Lieferantenmanagement
  • Projektmanagement und technischem Vertrieb

Welchen praktischen Nutzen bringt ein fundiertes Verständnis der Maß-, Form- und Lagetolerierung?

Wer Maß-, Form- und Lagetoleranzen sicher beherrscht, kann technische Zeichnungen eindeutig erstellen und interpretieren, Fehler frühzeitig vermeiden und Bauteile funktional sowie wirtschaftlich spezifizieren. Dies verbessert sowohl die Qualität als auch die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten und Prozessen.

Was ist eine Toleranzanalyse und warum ist sie wichtig?

Eine Toleranzanalyse untersucht, wie sich die zulässigen Maß-, Form- und Lageabweichungen einzelner Bauteile auf die Funktion einer Baugruppe auswirken. Sie hilft dabei, kritische Toleranzketten frühzeitig zu erkennen, Montageprobleme zu vermeiden und die richtigen Toleranzen festzulegen. Durch eine fundierte Toleranzanalyse können Unternehmen die Produktqualität erhöhen, Risiken reduzieren und gleichzeitig unnötig enge Toleranzen sowie vermeidbare Fertigungs- und Prüfkosten verhindern.

Preise

Präsenz-Teilnahme
1.690,00 €*
Für HDT-Mitglieder
1.590,00 €*
Online-Teilnahme
1.690,00 €*
Für HDT-Mitglieder
1.590,00 €*

mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme

Ausgewählter Termin

Mo. 12.10.2026, 09:00 Uhr —
Di. 13.10.2026, 17:00 Uhr
Haus der Technik e.V.
Hollestr. 1
45127 Essen
Veranstaltungsnummer: VA26-00858

Ansprechpartner

Organisatorische Fragen:
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Fachliche Fragen:
Ute Jasper
U.Jasper@hdt.de
+49 201 1803-239

Infos zu unseren Veranstaltungen

Auf Wunsch konzipieren wir für Sie auch spezielle Online-Seminare nach Maß sowie virtuelle Inhouse-Seminare für Ihr Unternehmens­team.
Nutzen auch Sie die Sommermonate, um Ihr Wissen an ausgesuchten Veranstaltungsorten aufzufrischen oder sich neue Qualifikationen anzueignen. 

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Nächster Termin30.11.26 - 01.12.26 + 1 weiterer Termin17.02.27 - 18.02.27
Dauer2 Tage
VeranstaltungsortHaus der Technik e.V.
Teilnahmegebühr1.790,00 €