
REACH-eSDB: Erweiterte Sicherheitsdatenblätter nutzen zur sicheren Verwendung
Der verarbeitende Betrieb muss innerhalb eines Jahres nach Eingang des eSDB nachweisen, dass die Bedingungen der sicheren Verwendung aus den Expositionsszenarien (ES) im eSDB eingehalten oder zumindest die betrieblichen Bedingungen daran angepasst werden (Scaling). Bei Nichteinhaltung oder Nichtanpassung muss der Betrieb entweder einen eigenen Stoffsicherheitsbericht (NA-SSB) unter Nachweis der sicheren Verwendung erstellen oder auf die Verwendung der Chemikalie verzichten.
Was das für einen Betrieb bedeutet, wie er taktisch vorgehen sollte und wie das mit vertretbarem Aufwand erledigt werden kann, wird an zwei Seminartagen erklärt, vorgeführt und gemeinsam erarbeitet.
Eigene Fragen, Anregungen und Gestaltungswünsche sind dabei hoch willkommen. Bereits erhaltene erweiterte Sicherheitsdatenblätter können mitgebracht oder besser vorab übersendet, in das Seminar einbezogen und besprochen werden. Insbesondere in den praktischen Übungen wird dargestellt, wo die für die sichere Verwendung relevanten stofflichen Eigenschaften in den 16 Abschnitten des eSDB einer Chemikalie zu finden sind und welches Expositionsszenario im eSDB für einen nachgeschalteten Anwender hinsichtlich seiner gewünschten Verwendung relevant ist. Weiterhin wird geübt, wie mit dem Scaling-Tool ECETOC-TRAM V3.0, das kostenlos aus dem Internet herunterladen und genutzt werden kann, überprüft wird, ob die gewünschte Verwendung sicher ist oder durch Scaling angepasst werden kann.
Zum Thema
Gemäß REACH-Verordnung müssen Hersteller und Importeure (H/I), die gefährliche Stoffe registrieren, ab einem Vermarktungsvolumen von 10 Tonnen pro Jahr die als sicher identifizierten Verwendungen in einem Stoffsicherheitsbericht (SSB) darstellen, in Expositionsszenarien (ES) die Risiken und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen bewerten und in der Lieferkette durch erweiterte Sicherheitsdatenblätter (eSDB) mit den nachgeschalteten Anwendern (NA) kommunizieren.
Dadurch erhalten die nachgeschaltete Anwender zwar weitaus mehr Information über die sichere Verwendung von Chemikalien als bisher. Aber die - angesichts von aktuell ca. 22.500 registrierten Stoffen - in zunehmendem Ausmaß eingehenden eSDB mit teilweise mehreren hundert Seiten führen auch zu rechtlichen Verpflichtungen.
Zielsetzung
Die Teilnehmer lernen die Bedingungen der sicheren Verwendung sogenannter Erweiterter Sicherheitsdatenblätter (REACH-eSDB) kennen und wie sie einzuhalten sind.
Teilnehmerkreis
Gefahrstoff- und REACH-Beauftragte, Fachkräfte für Chemikalien-, Produkt- und Arbeitssicherheit, Beauftragte für Betriebssicherheit, Umwelt- und Gewässerschutz, Verantwortliche für Gefahrstoffmanagement, Formulierer und Anwender chemischer Stoffe, die mit der Umsetzung und Implementierung der REACH-Verordnung befasst sind.
Programm
- Verpflichtung zur sicheren Verwendung von registrierten Stoffen
- Sicherheitsdatenblatt nach Anhang II (SDB)
- Stoffsicherheitsbericht nach Anhang I (SSB)
- Verwendungs- und Expositions-Kategorien (VEK)
- Anwendungen und Identifizierte Verwendungen
- Erweitertes Sicherheitsdatenblatt (eSDB) mit Expositionsszenarien (ES)
- Abgleichen sicherer Verwendungsbedingungen (Scaling)
- Expositionsszenarien für Beschäftigte
- Expositionsszenarien für die Umwelt
- Expositionsszenarien für den Endverbraucher
- Praktische Übungen mit dem Scaling-Tool ECETOC-TRAM V3.0
- Abschlussdiskussion
Referenten
Reach & Reacher Consulting, Dortmund
Sie begleitet insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen der chemischen und lebensmittelverarbeitenden Industrie bei der strukturierten Identifikation, Bewertung und Implementierung regulatorischer Verpflichtungen. Viele Mandate führt sie langfristig als externe REACH-Beauftragte. Darüber hinaus gehören Audits, Seminare und Fachschulungen zu ihrem Portfolio.
Von 2022 bis 2024 hatte sie einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Aachen im Bereich „Einführung in GLP/GMP/REACH“.
2023 gründete sie die REACH&REACHER Consulting und Verlag GmbH, deren Geschäftsführerin sie ist. Im selben Jahr wurde sie in den Umweltgutachterausschuss beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz berufen.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Mi. 08.09.2027, 17:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Kai Brommann
K.Brommann@hdt.de
+49 201 1803-251



