Form- und Lagetolerierung (Geometrische Produktspezifikationen GPS)

Durch richtige (neue) Maß-, Form- und Lagetolerierung bessere Qualität zu geringeren Kosten

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Form- und Lagetolerierung (Geometrische Produktspezifikationen GPS)

Das Seminar behandelt folgende Fragen, zeigt einfache Regeln auf und erläutert sie an Beispielen aus der Praxis: 

  • Wie wird optimal toleriert?
  • Wie sind diese Normen in welchen Fällen anzuwenden?
  • Soll die Zeichnung funktionsbezogen oder fertigungsbezogen oder prüfbezogen toleriert werden?
  • Wie toleriert man bei CAD-Zeichnungen?
  • Wie sind die Hüllbedingung E, die Maximum-Material-Bedingung M, die Minimum-Material-Bedingung L und die Wechselwirkungsbedingung R anzuwenden?
  • Was sind die Unterschiede zwischen den DIN-Normen und der Norm ASME Y 14.5 in den USA? Wie sind Zeichnungen nach ASME Y 14.5 zu interpretieren?
  • Was ist in der Fertigung zu beachten?
  • Wie sind die Werkstücke zu prüfen?
  • Warum ergeben sich mit der Dreikoordinatenmesstechnik oft völlig andere Messergebnisse als mit der konventionellen Messtechnik?
  • Was ist zu tun, um Streitfälle auszuschließen? 

Zum Thema

Durch zunehmende Arbeitsteilung und Zusammenarbeit, z.B. mit Unterlieferanten und Lizenzpartnern im In- und Ausland, durch immer höhere Qualitätsanforderungen sowie durch immer größeren Wettbewerbsdruck kommt dem Bestreben, richtig (d.h. vollständig, eindeutig und funktionsgerecht) zu tolerieren, immer mehr Bedeutung zu.

Dazu gibt es zahlreiche, teilweise neue Normen. DIN EN ISO 5458 Positionstolerierung, DIN EN ISO 2692 Maximum-Material-Bedingung, DIN EN ISO 8015 Tolerierungsgrundsatz (Unabhängigkeitsprinzip) und DIN 7167 Hüllbedingung ohne Zeichnungseintragung (Die Norm muss in Kürze zurückgezogen werden). 

    Viele Zeichnungen sind unvollständig oder falsch toleriert, weil Konstrukteuren und Zeichnern das notwendige Wissen über die Anwendung der Normen über Form und Lage fehlt. Erhöhte Kosten und Schäden sind die Folge, insbesondere bei Fertigungsverlagerungen. Wie wird optimal toleriert? 

    Das Seminar behandelt diese Fragen, zeigt einfache Regeln auf und erläutert sie an Beispielen aus der Praxis. 

    Zielsetzung

    Die Teilnehmenden lernen in diesem Hybrid-Seminar, durch neue funktionsgerechte Bemaßung und Tolerierung, bessere Qualität zu erzeugen, Kosten zu reduzieren sowie Nacharbeiten und Terminverzögerungen zu vermeiden trotz Nutzung weltweiter Fertigungsquellen. 

    Teilnehmerkreis

    Ingenieur/innen, Techniker/innen und Meister/innen in Konstruktion, Fertigungsplanung, Fertigung und Prüfung, Ausbilder/innen in der Industrie und in der öffentlichen Lehre

    USP

    • Einfache Toleranz-Regeln
    • Lösung von Praxis-Problemen
    • Zeichnungen richtig erstellen

    Programm

    30.11.2026
    09:00—17:00
    Form- und Lagetolerierung I
    01.12.2026
    09:00—17:00
    Form- und Lagetolerierung II

    Referenten

    Thorsten Engelke
    First Hand Consulting
    First Hand Consulting, Bottrop

    Beruflicher Werdegang:
    - 2001 Technischer Zeichner bei der Siemens AG
    - 2006 Geprüfter Konstrukteur bei der Siemens AG
    - 2007 Nominierter Normungsexperte in den Bereichen GPS und TPD für die Siemens AG
    - 2012 Standardisierungsexperte bei der Digitalisierung bei der Siemens AG
    - 2020 Einstieg in die Bohn Engelke Partnerschaft

    - Obmann des ISO Ausschusses und Projektleiter für allgemeine Gusstoleranzen
    - Beiratsvorsitzender des Beirates des DIN-Normenausschusses Technische Grundlagen (NATG)
    - Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Geometrische Produktspezifikation und -prüfung (GPS)
    - Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Technische Produktdokumentation (TPD)
    - Deutscher Delegationsleiter in den Bereichen ISO GPS und ISO TPD

    Mehr zu diesem Thema

    Häufig von Teilnehmenden gestellte Fragen zum Thema ‚Form- und Lagetolerierung (Geometrische Produktspezifikationen GPS)‘

    Was versteht man unter Form- und Lagetolerierung?

    Die Form- und Lagetolerierung beschreibt zulässige geometrische Abweichungen von Bauteilen. Sie legt fest, wie stark Form, Orientierung, Position oder Lauf eines Geometrieelements von der idealen Geometrie abweichen dürfen, ohne die Funktion des Bauteils zu beeinträchtigen.

    Was bedeutet GPS?

    GPS steht für Geometrische Produktspezifikationen (Geometrical Product Specifications). Das ISO-GPS-System definiert international einheitliche Regeln zur eindeutigen Beschreibung geometrischer Anforderungen an Bauteile und Baugruppen.

    Warum ist die Form- und Lagetolerierung wichtig?

    Sie stellt sicher, dass Bauteile trotz unvermeidbarer Fertigungsabweichungen ihre Funktion erfüllen, montierbar bleiben und zuverlässig geprüft werden können. Gleichzeitig verbessert sie die Kommunikation zwischen Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung.

    Welche Arten von geometrischen Toleranzen gibt es?

    Die geometrischen Toleranzen werden in vier Gruppen eingeteilt:

    • Formtoleranzen (z. B. Geradheit, Ebenheit, Rundheit)
    • Orientierungstoleranzen (z. B. Parallelität, Rechtwinkligkeit, Neigung)
    • Lagetoleranzen (z. B. Position, Koaxialität)
    • Lauftoleranzen (z. B. Rundlauf, Gesamtrundlauf)

    Wann sollten geometrische Toleranzen eingesetzt werden?

    Geometrische Toleranzen sollten verwendet werden, wenn reine Maßtoleranzen nicht ausreichen, um die Funktion, Montagefähigkeit oder Prüfbarkeit eines Bauteils eindeutig zu beschreiben.

    Was sind Bezüge und warum sind sie wichtig?

    Bezüge sind festgelegte Referenzelemente eines Bauteils. Sie dienen als Ausgangspunkt für die Definition und Prüfung geometrischer Toleranzen und stellen sicher, dass Bauteile in der Fertigung und Messtechnik einheitlich bewertet werden.

    Welche Vorteile bietet die Anwendung des GPS-Systems?

    Die Anwendung des GPS-Systems ermöglicht:

    • Eindeutige technische Zeichnungen
    • Höhere Produkt- und Prozessqualität
    • Weniger Interpretationsspielräume
    • Verbesserte Montagefähigkeit und Austauschbarkeit
    • Höhere Mess- und Prüfsicherheit
    • Weniger Ausschuss und Nacharbeit
    • Optimierte Herstellkosten

    Welche typischen Fehler treten bei der Form- und Lagetolerierung auf?

    Häufige Fehler sind:

    • Unnötig enge Toleranzen
    • Fehlende oder ungeeignete Bezüge
    • Verwechslung von Maß- und Geometrietoleranzen
    • Über- oder Untertolerierung von Funktionen
    • Unzureichende Berücksichtigung von Fertigungs- und Messmöglichkeiten

    Welche Rolle spielt die Fertigungsmesstechnik?

    Die Fertigungsmesstechnik stellt sicher, dass die definierten geometrischen Anforderungen reproduzierbar geprüft werden können. Sie bildet die Grundlage für eine objektive Bewertung der Bauteilqualität und unterstützt die Prozessüberwachung.

    Für welche Fachbereiche ist die Form- und Lagetolerierung relevant?

    Das Thema ist insbesondere wichtig für:

    • Konstruktion und Entwicklung
    • Arbeitsvorbereitung und Fertigungsplanung
    • Produktion und Montage
    • Qualitätssicherung und Messtechnik
    • Lieferantenmanagement und technischer Einkauf
    • Projektmanagement

    Was ist eine Toleranzanalyse und warum ist sie wichtig?

    Die Toleranzanalyse untersucht, wie sich einzelne geometrische und maßliche Abweichungen auf die Funktion einer Baugruppe auswirken. Sie hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, Toleranzen funktionsgerecht festzulegen und unnötige Kosten zu vermeiden.

    Welchen Nutzen bringt ein fundiertes Wissen über Form- und Lagetolerierung?

    Wer die Geometrischen Produktspezifikationen (GPS) sicher beherrscht, kann technische Zeichnungen eindeutig erstellen und interpretieren, Bauteile funktionsgerecht spezifizieren und die Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung nachhaltig verbessern. Dies führt zu höherer Produktqualität, geringeren Kosten und einer höheren Wettbewerbsfähigkeit.

    Was versteht man unter Profiltoleranz in der Geometrischen Produktspezifikation (GPS)?

    Die Profiltoleranz beschreibt die zulässige Abweichung einer realen Kontur oder Oberfläche von ihrer idealen geometrischen Form. Sie kann sowohl für Linienprofile als auch für Flächenprofile angewendet werden und kombiniert häufig mehrere geometrische Anforderungen in einer einzigen Toleranzangabe. Profiltoleranzen sind besonders geeignet für komplexe Bauteilgeometrien, da sie eine funktionsgerechte und flexible Tolerierung ermöglichen.

    Preise

    Präsenz-Teilnahme
    1.790,00 €*
    Für HDT-Mitglieder
    1.690,00 €*
    Online-Teilnahme
    1.790,00 €*
    Für HDT-Mitglieder
    1.690,00 €*

    mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme

    Ausgewählter Termin

    Mo. 30.11.2026, 09:00 Uhr —
    Di. 01.12.2026, 17:00 Uhr
    Haus der Technik e.V.
    Hollestr. 1
    45127 Essen
    Veranstaltungsnummer: VA26-00860

    Ansprechpartner

    Organisatorische Fragen:
    info@hdt.de
    +49 201 1803-1
    Fachliche Fragen:
    Ute Jasper
    U.Jasper@hdt.de
    +49 201 1803-239

    Infos zu unseren Veranstaltungen

    Auf Wunsch konzipieren wir für Sie auch spezielle Online-Seminare nach Maß sowie virtuelle Inhouse-Seminare für Ihr Unternehmens­team.
    Nutzen auch Sie die Sommermonate, um Ihr Wissen an ausgesuchten Veranstaltungsorten aufzufrischen oder sich neue Qualifikationen anzueignen. 

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    TeilnahmegebührAb 1.790,00 €